6(3), #10 Vortrag Konferenzbeitrag
Das Research Squirrel Engineers Network - Digitale Services zum digitalen Datenmanagement aus der Archäoinformatik- und Citizen Science-Community
Zitiervorschlag
Vorschau
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Zusammenfassung
Die nachvollziehbare/kolloberative Erfassung und FAIRifizierung von Forschungsdaten wird in der Citizen Science Community immer wichtiger, um so ein Teil eines archäologischen Wissensgraphen zu werden und das bereits vernetzte Datennetzwerk durch qualifizierte Daten anzureichern. Denn nur so können diese Daten auch mit anderen Daten verknüpft werden und in internationale Initiativen (z.B. NFDI4Objects) und Community-Hubs (z.B. Wikidata, OpenStreetMap) aktiv eingebunden werden. Dabei sind Open Source (FOSS) Research und FAIRification Tools leider oft nicht verfügbar. Diese, im Zusammenwirken mit Linked Open Data Projekten als Demonstratoren, können von Community- und freiwilligen Initiativen wie z.B. dem Research Squirrel Engineers Network jedoch erstellt und kuratiert werden.
Dieses Paper stellt die Research Squirrel Engineers Network Initiative, drei Research und FAIRification Tools und drei Projekte der Research Squirrels vor. Diese können als digitale Services zum digitalen Datenmanagement der Archäologie dienen. Das Paper stellt daher auch die Ziele, den Nutzen und die Umsetzung der Squirrel Tools vor.
Das Research Squirrel Engineers Network (gegründet 2019 zur Implementierung des SPARQL Unicorns) ist ein loser Zusammenschluss von Linked Open Data/Wikidata-Enthusias*Innen, Research Software Engineers und Citizen Scientists mit den Schwerpunkten Archäoinformatik, Digital Humanities und Geoinformatik. Die Mitglieder entwickeln und maintainen zusammen Research und FAIRification Tools und setzen diese in konkreten Projekten um.
Ein FAIRification Tool für das digitale Datenmanagement ist das SPARQL Unicorn und dessen Implementierung für QGIS. Das SPARQLing Unicorn QGIS Plugin (Abb. 1, rechts) ermöglicht es, Linked-Data-Anfragen in (Geo)SPARQL an Triple-Stores zu senden (Abb. 1, links) und bereitet die Ergebnisse für die Geocommunity in QGIS auf. Es bietet derzeit drei Hauptfunktionen: (A) Vereinfachte Abfrage von Semantic Web Datenquellen (B) Anreicherung von Geodaten und (C) Transformation von QGIS-Vektorebenen nach RDF. Darüber hinaus ermöglicht das SPARQL Unicorn Ontology Documentation Tool z.B. per GitHub Action die automatisierte Erstellung von HTML Seiten von Linked Open Data Veröffentlichungen. Ein Beispiel ist die in gezeigte Abfrage zu irischen Ogham Sites auf der Dingle-Halbinsel, bzw. Daten aus dem Dissertationsprojekt von Sophie C. Schmidt zu “Brandenburg 5.000 v. Chr.” indem ein CIDOC CRM Datenmodell in Linked Open Data überführt und mit Hilfe des SPARQL Unicorns als HTML visualisiert wurde. Ein weiterer Service ist die “Fuzzy Spatial Locations Ontology”, in der Vagheiten, Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten in der Georeferenzierung mit Hilfe von Semantik und einer Ontology (basierend auf PROV-O) FAIR und nachvollziehbar gemacht werden. Ein Beispiel hierfür sind Modellierungen von Fundorten der Erruption des Campanian Iginimbrite in den Phlegräischen Feldern (39,940 yr b2k ± 150 years) die oft mit archäologischen Fundorten korrespondieren, z.B. die Toplitsa Höhle in Bulgarien. Die “Squirrel Papers” komplementieren die Services um eine Plattform zu schaffen, auf der Working Papers, Daten, Software, Präsentationsfolien und Poster zur Zitation veröffentlich werden können.
Begleitet werden diese Services von Linked Open Data / Wikidata / Open Street Map und Wikimedia Commons Projekten, wie z.B. Linked Open Ogham, Holy Wells in Irland oder Linked Reindeers.